HAPPY BIRTHDAY

Eigentlich wäre der heutige Tag ein schöner Tag, denn es ist Dein Geburtstag. Aber leider durftest Du diesen Tag nicht mehr erleben, weshalb ich sehr, sehr traurig bin. Den heutigen Tag werden Tobi und ich in Deinem Sinne gestalten und nicht nur in Gedanken wirst Du bei uns sein. Denn es gab bisher schon einige Ereignisse, die mir gezeigt haben, dass Du auf eine bestimmte Art und Weise immer noch bei uns bist.

Voller Stolz hast Du auf Dein selbst geschriebenes Buch gewartet, dass dann leider erst am folgenden Morgen nachdem Du friedlich eingeschlafen warst, geliefert wurde. Ich kann Dir versichern, es ist ein voller Erfolg!

Am Abend vor Deiner Beerdigung saß ich im Wohnzimmer und habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Als ich an der Stelle ankam, an der Du den Lesern die Nebenwirkung Deiner Chemo schilderst, bekommt Tobi, der zu diesem Zeitpunkt schon im Bett lag, genau den gleichen schrecklichen Schluckauf wie Du ihn damals erlebt hast. War das wirklich nur ein Zufall?

Am nächsten Tag auf der Beerdigung machte mich Dein Fliegerfreund darauf aufmerksam, dass mein Rosenherz geweint hat. Warum? Das bewässerte Blumenherz tropfte und auf dem Boden bildete sich eine kleine Pfütze.

Solche und viele Dinge sind bisher geschehen, die mir zeigen, dass Du immer noch an meiner Seite bist. Du hast immer gesagt: „Die Zeit die wir zusammen verbringen kann uns keiner mehr nehmen.“ Ich bin sehr dankbar für die vielen schönen gemeinsamen Stunden, die Zeit, die Erinnerungen und Erlebnisse die wir zusammen hatten und die uns keiner mehr nehmen kann!

HAPPY BIRTHDAY mein Schatz, ich vermisse Dich so sehr!

P.S. Ich liebe Dich

Seit 17 Jahren sind Uwe und ich jeden Abend „Arm in Arm“ eingeschlafen, jedoch am 4.Mai war alles anders. Nach mehr als 2 Jahren, die durch Höhen und Tiefen seiner Krankheit geprägt waren, schlief er friedlich in meinen Armen ein. Aber leider jedoch für immer! Bis zuletzt hat er gekämpft und auch nicht aufgegeben, denn er hat jetzt nur seinen physischen Körper verlassen.

„Was heißt das?“, fragt Ihr Euch nun bestimmt.

Kennt Ihr das Buch/den Film „P.S. Ich liebe Dich“? Ich komme mir gerade vor, als ob ich darin die Hauptrolle spiele. In der kurzen Zeit, seit Uwe nun von uns gegangen ist, sind schon ein paar seltsame Dinge passiert.

Um Euch daran teilhaben zu lassen, haben mein Sohn und ich uns entschlossen, den BLOG in Uwe’s Sinn weiterzuführen. Außerdem planen wir, diesen auch für Euch freizuschalten. Damit hättet Ihr die Möglichkeit, ähnliche „positive Erlebnisse“ wie Uwe sie hatte, hier niederzuschreiben. Wie findet Ihr den Gedanken? Bittet teilt uns mit, ob Ihr Lust dazu habt?

Wir freuen uns schon auf viele Kommentare.

Der Sonne 🔅 zugewandt

Selbst wenn es für uns Nacht ist, so ist doch eine Seite der Erde immer der Sonne zugewandt, hell erleuchtet und den Menschen freundlich gesinnt.

Tag und Nacht, hell und dunkel im Wechselspiel, damit wir lernen zu unterscheiden und die helle, für uns angenehmere Seite, zu schätzen wissen.

In einem normalen und gesunden Leben nehmen wir dieses Geschenk meist nicht wahr. Es ist wie es ist und wir verschwenden keinen  Gedanken daran die Schönheit und den Sinn darin zu erkennen. In einem durch Krankheit beeinflussen Leben ändert sich diese Wahrnehmung. Die Bandbreite der Veränderung ist allerdings groß – von ganz dunkel bis ganz hell ist alles möglich. Ganz bestimmt können die dunklen Anteile bei manchen Menschen, bedingt durch die persönliche Situation, einen unkontrollierten Zuwachs erreichen und die hellen und schönen Momente ersticken.

Aber wäre das nicht reine Zeitverschwendung…

Heute stand ich am Fenster und habe in die Sonne geschaut, den herrlich blauen Himmel bewundert und meine Blicke folgten sehr lange den Wolkenfetzen und (wie kann es anders sein) den kleinen Flugzeugen. Ein so wunderbarer Moment, den ich irgendwie gerne umarmt und festgehalten hätte. Aber auch gefühlte Wunder muss man wieder loslassen um neue zu entdecken.

So gesehen ist meine derzeitige Situation nichts anderes als eine Zeitreise, bei der ich selbst die Sichtweise bestimmen kann – hell oder dunkel … ich habe die Wahl … und ich habe mich für Hell entschieden … und bin glücklich damit.

Ich wünsche Euch allen schöne Osterfeiertage

Ziele setzen

Bereits im Vorwort meines Buches gehe ich auf das Thema Ziele ein. Oft wurde ich schon dazu gefragt und meist konnte ich mit meinen „leidenschaftlichen“ 😉 Erklärungen zum System SMART, welches ich selbst im Projektmanagement kennengelernt habe, auch helfen. Diese „Leidenschaft“ hilft mir heute wieder sehr. Früher eher beruflich eingesetzt ist es nun ein entscheidender Faktor auch im Umgang mit dem Krebs.

Selbst für dieses Weblog hier habe ich mir spezielle Ziele gesetzt. Das erste Ziel, es überhaupt entstehen zu lassen, ist geschafft 👍

Mein Ziel für die erste Woche war es, 20 Follower auf meinen Blog zu bringen. Seht selbst ob ich es erreicht habe. Für die nächsten Wochen möchte ich je Woche fünf neue Leser gewinnen. Ich lade jeden ein mitzuhelfen und das Ziel gemeinsam zu verfolgen.

Das ganz große Ziel dabei ist es, viele Menschen für das Thema zu begeistern. Gerade in Problemsituationen, beruflich und privat, helfen kleine, kontrollierte Schritte sehr gut und … sie bringen Erfolgserlebnisse. Und genau aus diesen Erfolgen entstehen Optimismus und die Kraft immer wieder weiterzumachen. Wenn ich es also schaffe aus dieser Menge Leser einem Menschen zur Gesundung, zur Zufriedenheit oder zum persönlichen Glück zu verhelfen, dann ist ein Meilenstein erreicht, der mich glücklich macht.

Für die Bedenkenträger: selbstverständlich werde ich mir, mitten im Bestrahlungsprozess eines großen Lebertumors und unter starkem Medikamenteneinfluss nicht das Ziel setzen einen Tanzwettbewerb im Discofox zu gewinnen. Das wäre unrealistisch, unerreichbar und würde zu Demotivation führen, auch wenn mir das mehr Spaß machen würde 😊 Aber an die jeweilige Lebenssituation angepasst wird es immer Ziele geben, die einem Freude bereiten und Kraft geben.

Oder wie seht ihr das?

Liebe Grüße und bis bald

Ein Erlebnis vom Januar in der Klinik

Innerhalb der Schmerztherapie, die ich im Dezember begonnen hatte, ist auch immer ein Gespräch mit einem Onko-Psychologen (m/w) vorgesehen. Dieses fand Mitte Januar in den Räumen des Klinikums statt. 20 Minuten zu spät empfing mich eine junge asiatische Ärztin, die bei dem Hinweis auf Ihre Verspätung einfach nur klischeehaft asiatisch lachte. Nachdem ich ihr die Notwendigkeit von Pünktlichkeit erklärt hatte, bat sie mich in ihr Sprechzimmer. Sie begann das Gespräch mit “ … ach ja, das mit dieser Krebsdiagnose ist ja wirklich schrecklich und das viele Leid und die vielen Schmerzen …“

Moment Frau Doktor … andersrum bitte!

Ich habe ihr dann erklärt, wie ich die Krankheit angehe, was ich selbst für meine Genesung mache und wie man sich selbst Ziele steckt und auch einhält. Das Gespräch ging etwa 40 Minuten so und dann, pünktlich, verabschiedete ich mich. Auf meine Frage, ob oder wann ich denn wiederkommen soll antwortete sie mit asiatischem Akzent “ liebel Hell Smit, Danke fül das positive Gespläch, das hat mil nun so gut getan und mil geholfen, Sie blauchen nicht wiedelkommen….“

Danke Frau Doktor, aber eigentlich hätte ich dieses Gespräch anders erwartet. Aber schön, wenn ich Ihnen helfen und ein bisschen meiner positiven Energie schenken konnte.

Hätte ich anschließend eine Rechnung schreiben sollen? 😄

Liebe Grüße

Uwe

Spaß am Leben

Seit rund zwei Jahren nun lebe ich mit der Diagnose KREBS und von Beginn an habe ich beschlossen, diese Krankheit NICHT in den Mittelpunkt meines Lebens zu stellen, da es wichtigere und schönere Dinge gibt… nämlich Spaß am Leben.

Trotzdem habe ich alle Erlebnisse aus dieser Zeit aufgeschrieben. Realistisch und ehrlich, aber mit einer Portion Humor. So ist im Laufe der Zeit eine Sammlung kurioser, seltsamer oder befremdlicher Geschichten entstanden, die in Kürze als gebundenes Buch und als PDF erscheinen.

Gedacht ist das Buch für Betroffene als Trostpflastersteine auf diesem schweren Weg und als Motivationshilfe. Für die Partner von Betroffenen als kleine Hilfestellung zu einer alternativen Sichtweise. Für Behandler als Einblick in die Gedanken eines Patienten und allgemein für alle Interessierten oder Freunde.

Da das Buch kein Roman ist und daher auch (noch) kein Happy-End hat, werde ich es hier auf diesem Blog fortsetzen und auch hier informieren, sobald das Buch als Druckversion oder PDF-Download verfügbar ist.

Ich freue mich auf Kommentare, Ideen und Geschichten von Euch und verbleibe mit lieben Grüßen

Uwe